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Der Gamsbart – Hutschmuck bei Männern

In manchen Regionen in Altbayern und Österreich gehört ein Gamsbart auf einem Hut zur männlichen Tracht. Der Gamsbart ist ein auffälliger Hutschmuck und ein schöner Blickfang - je länger die Haare des Gamsbartes sind, umso wertvoller ist er.


Es gibt Trachtenvereine, in denen der Gamsbart als Hutschmuck für die Männer Pflicht ist.

 

Material, Herstellung und Kosten

Ein Hutbuschen besteht meist aus Gams,- Hirsch- oder Dachshaaren, wobei das Gamshaar als die beste Qualität gilt. Beim echten Gamsbart wird das Grannenhaar am Rücken des Gamsbocks verwendet. Auch der Dachsbart wird aus dem Rückenhaar des Tieres hergestellt, wo hingegen der Hirschbart aus der Halsmähne des Tieres gewonnen wird. Auch die Wildhaare von Thar-Ziegen, Mufflon oder Wildsau werden zu Bärten verarbeitet.

Das Binden des Gamsbartes aus Wildhaaren ist eine Kunst, die nur wenige richtig beherrschen. Für das Ausrasieren und Waschen der Haare bis hin zum Binden werden viele Stunden Arbeitszeit benötigt. Es gibt professionelle Bartbinder, aber auch manche Jäger fertigen Gamsbärte an. Das Bartbinden selbst ist eine reine Handarbeit und es werden keine Maschinen dafür eingesetzt.

Für einen Bart werden viele Haare benötigt: ein großer Bart besteht aus ca. 450 Büscheln mit jeweils rund 300 Haaren. Der Preis für Gamshaar ist hoch; ein Trachtler, der seinen Hut mit einem Gamsbart schmücken will, muss tief in die Tasche greifen. Je nach Größe kann ein schönes Exemplar bis zu 2.500 Euro kosten. Dieser stolze Preis setzt sich aus dem aufwändigen Anfertigen des Bartes und den sehr hohen Kosten für das Gamshaar zusammen. Ein entscheidender Punkt für den Preis des Gamshaares ist die Länge: ein Bart mit der Länge von 15 cm kostet in etwa halb so viel wie ein Bart mit Länge von 18 cm. Seltene Barte mit einer Haarlänge von 20 cm findet man meist nur in Ausstellungen oder bei Wettbewerben. Der Preis für einen solchen Bart liegt bei ca. 5.000 Euro.
Aber auch kostengünstigere Alternativen zum Bart aus Gamshaar werden angeboten, wie z.B. Hut-Bärte aus Mufflon-Haaren.

Geschichte

Populär wurde der Gamsbart durch Erzherzog Johann von Österreich (1782 – 1859), der sich als Gamsjäger Haare des Tieres auf den Hut als Trophäe aufsteckte. Dadurch brachte er den Gamsbart in Mode. Prinzregent Luitpold (1821-1912) trug ebenfalls gerne diesen Hutschmuck.

Gamsbart-Olympiade

Seit 1960 findet ein Wettbewerb um den schönsten Gamsbart statt. Diese Gamsbart-Olympiade findet alle zwei Jahre statt, abwechselnd in Bayern und in Österreich. Für 2014 ist die Olympiade der Bartbinder im österreichischen Bad Goisern geplant.

Bei der Gamsbart-Olympiade werden die schönsten Hutbuschen der Bartbinder aus Gams-, Hirsch- und Dachshaar prämiert. Jeder Bart wird von einer fachkundigen Jury genau bewertet. Ausschlaggebend für eine Medaille sind die Länge und die Qualität der Haare, die Optik an der Spitze der Haare (heller Reif), die Dichte und der Gesamteindruck, also auch die Arbeit des Bartbinders.

Die Teilnehmer kommen natürlich aus Bayern, aber auch aus Österreich, Italien oder Slowenien.


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